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Susähs Badtür - und ein bisschen 90er

Guten Morgen ihr Lieben,


als ich zwischen 14 und 17 Jahre alt gewesen bin, durchlebte ich meine kreativste Findungsphase. Diese Jahre zwischen 1995 und 1998 boten auch reichlich Gelegenheit dafür. Nicht zu letzt lag es daran, dass meine Generation, jener Teil, der im Osten geboren wurde, ziemlich an der langen Leine gehen konnte. Während manche unserer Eltern sich noch orientierten und ausprobierten, wie das neue System funktionierte, oder andere noch am Fliesentisch sitzend auf das Einschreiben mit der Gebrauchsanweisung warteten, konnten wir Teenager so ziemlich alles ausprobieren. Ich hatte mich entschieden, Musiker zu werden und tat alles dafür, ein solcher auch zu werden. Das Jugendclubhaus Völkerfreundschaft bot dafür den idealen Rahmen. Im Keller gab es mehrere ausgestattete Probenräume, die die ganze Woche über zwischen 15 und 22 Uhr auch belegt waren. Es gab etliche Bands in dieser Zeit. Wenige haben gehalten.

Im Tonstudio „Bromologic“ – direkt über dem Barfußgässchen in Leipzig gelegen, wo man abends auf dem Fensterbrett den Leuten unten im „Spizz“ oder im „Barfuß“ auf die Köpfe schauen und deren Gespräche belauschen konnte – hatte ich eine Art Freibrief und durfte mich ausprobieren: In Aufnahmetechnik (noch analog mit Bandmaschine) und auch im Musizieren. Oft entstanden da sehr sinnlose Takes (Haase und die New Yorker Philharmoniker, Hier kommt der Haasenmann) oder auch schon ambitioniertere Songs wie „An einem Morgen“ oder die Originalversionen von „Träum doch mal von Blumen“ oder „Trost“.

Die Produzenten erkannten wohl einiges Potential und ließen mich machen. Ermunterten mich auch, die komische Schiene weiter zu verfolgen. Während ich schon ahnte, dass es meine erste Band „The Coloured Carrots“ nicht mehr lang durchhalten würde, gründete ich „Die Klaus-Alfred-Kapelle“. Eine Art Klamauk-Band mit seriösen Absichten. Wir standen im Schlafanzug auf der Bühne, trommelten auf mit Paketband zugeklebten Eimern herum und sangen seltsame Lieder. Unsere größte Show hatte wir zum Herbstfest der Schule vor 400 be- und entgeisterten Zuschauern. Es war die Zeit von „RTL Samstag Nacht“, von Stefan Raabs „Vivasion“...die Leute hatten noch was zu lachen. Und sie wussten auch noch, wie das geht.


„Die Klaus-Alfred Kapelle“ hieß so, weil wir ein Gummientchen dabei hatten, dass wir Klaus-Alfred getauft hatten und das als unser Maskottchen auch gleich der Namensgeber der Band war. Außerdem hatte ich mich durch Papas Musiksammlung gehört und fand das „Horst Krüger-Septett“ gut...ebenso eine derartige Namensgebung.


Wir gingen ins Studio und nahmen ein DEMO auf. Drei Songs von denen nur noch zwei erhalten sind und das deutlich bessere Lied verschollen ist. Beim Überspielen von Kassette zu Kassette hat die Qualität sehr gelitten, aber ich präsentiere Euch hier den Song „Susähs Badtür“.

Für den Refrain unterstützen uns drei Mädels aus der Klasse meiner Schwester – sie mussten damals in der Siebten gewesen sein. Viel Spaß beim Hören --- und bitte seid gnädig in Eurer Kritik.


SUSÄHS BADTÜR (Die Klaus-Alfred Kapelle)



Alles Liebe,

Euer Haase



54 Ansichten5 Kommentare

5 Comments


Lieber Christian, lass das Lied wieder aufleben bei deinen Auftritten, das wäre echt toll.

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Du bist ja schon sehr gut zu erkennen...haha, aber der Refrain ist der Hammer😂 Toll, dass du noch so schöne Aufnahmen hast.

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Ich habe noch einen ganzen Koffer voller noch seltsamerer Aufnahmen. Mal sehen, ob und wann ich die jemals in ein digitales Medium wandeln werde. Hab einen schönen Tag.


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Teil 1 des Songs: Ich sehe Otto vor mir, aber dann:

Teil 2: ein stimmlich früher (nicht kleiner) Haase mit Tiefgang, der bis heute besticht. Ich gehe davon aus, dass der Text maßgeblich von dir war.

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Otto? Naja, ich gebe zu, mit dem mitgelieferten Foto musste es wohl dazu kommen. Ja, der Text war maßgeblich von mir. Danke fürs Anhören ;)

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